Dein Selbst, das Ich oder auch Ego, ist, wie Du bestimmt häufig feststellst, ein undefiniertes Irgendetwas, was Dich oft auch behindert. aber was genau ist das Selbst?

Wenn wir einen Blick auf die unterschiedlichen Interpretationen des Selbst der östlichen und der westlichen Philosphien werfen, dann stellen wir fest, dass diese sich sehr unterscheiden.

Warum ist das so? Man sollte meinen, dass wenn es meine Gedanken sind, diese Gedanken gleichzeitig auch mein Ego darstellen, doch so ist es nicht! In der westlichen Anschauung herrscht die Meinung vor: “Ich denke, also bin ich!” Hier wird also das” Ich” als das individuelle Selbst gesehen, wie definieren uns darüber und nehmen den Prozess des Denkes als echtes reales “Ding” wahr und nicht als Konstrukt des eigenen Geistes.

Die östliche Philosophie, wie Buddhismus, Taoismus und einige Teile des Hinduismus stimmen dem oben Gesagten nicht zu. Für sie ist das Denken an sich das Problem, was ja auch sehr gut durch die vielen Meditationsarten, Zen-Buddhismus und andere Entspannungsmethoden sichtbar wird, wo bewusst die Gedanken abgeschaltet oder in den Hintergrung verschoben werden.

Der Buddhismus sagt z.B. Das menschliche Gehirn ist konsitent, während die Welt sich bewegt. Und tatsächlich fällt es schwer, Neues auszuprobieren und die alten Muster zu verlassen, nicht wahr?

Dieses Festgefahren sein in Gewohnheiten unterstützt die Illusion eines gefestigten Selbst, das immer alles unter Kontrolle hat.

Während bei uns das Denken gleichgesetzt wird mit dem Ich, dem Selbst, halten manche östliche Schulen das Ich für eine Illusion, wenn auch eine ziemlich gute. Die Schlussfolgerung kommt daher zustande, dass angenommen wird, dass ohne Gedanken gar kein Selbst existieren kann.

Selbst
Microscopic of Neural network Brain cells, Human nervous system. 3d illustration.

Das Selbst- eine Illusion?

Als Forscher das menschliche Gehirn erforschten und feststellten, welcher Teil für welche Funktion oder Emotion zuständig ist, war es ihnen unmöglich, das Selbst, das Ich, zu finden.

Auch wenn das Selbst als solches nicht existiert, ist da doch die starke Idee des Selbst. Wenn es also unser Ego als solches nicht gibt, warum leiden wir dann? Woher kommen die psychischen Schmerzen, wie Sorge, Wut, Neid, Eifersucht, Angst und dergleichen?

Und woher kommen dann alle unsere Gedanken, wie wir uns die Welt erklären, unsere Überzeugungen und Erinnerungen, die Projektionen der Zukunft und die Dinge in der Vergangenheit?

Sehen wir uns doch einmal unser komplexestes Körperteil an: Das Gehirn. Der Input in unsere Schaltzentrale erfolgt gekreuzt, das bedeutet, alles was von der rechten Seite aufgenommen wird, wird links verarbeitet und umgekehrt. Das gleiche Phänomen kann übrigens auch beim Sehen festgestellt werden.

Unser menschliches Gehirn besteht aus Milliarden von Verknüpfungen, die sich auch immer wieder neu verbinden. Jede Gehirnhälfte ist die Spiegelung der anderen und hat jeweils eine andere Aufgabe und obwohl sie zusammenarbeiten und verknüpft sind durch einen Strang von Nervenfasern, das Corpus Callosum.

In einer Studie wurde festgestellt, was passiert, wenn diese Verbindung getrennt wird und welche Aufgaben der jeweiligen Hälte zufallen. Die linke Gehirnhälfte ist zuständig für Sprache. Sie ist ist der Übersetzer der Realität, das heißt, sie kreiert Erklärungen und Gründe weswegen etwas passiert. Und ja, Du hast richtig gelesen, sie kreiert! Wie die Forscher herausfanden, lag sie bei den meisten Interpretationen komplett falsch!

In Forschungen mit Probanden, bei denen eine Gehirnhälfte verletzt war, konnte nachgewiesen werden, dass die linke Gehirnhälte einfach Erklärungen für Handlungen erfindet, die es sich sonst nicht erklären kann. Zum Beispiel wurde der rechten Gehirnhälte eines Probanden mit Hirnverletzung das Wort “Gehen” gezeigt, woraufhin dieser sofort aufstand und losging. Auf die Frage, wohin er wolle antwortete er, dass er sich etwas zu trinken holen wollte.

Und da die linke, sprachliche, die übersetzende Gehirnhälfte nicht wusste, warum er aufstand, erfand sie eine plausible, nur leider falsche Erklärung, nämlich, dass der Proband wohl Durst haben müsse. es gibt noch eine Vielzahl von solchen Versuchen, die alle auf das selbe Ergebnis kommen: Wenn die linke Gehirnhälfte keine Erklärung hat, weil diese der rechten Gehirnhälfte präsentiert wurde, erfindet es einfach eine stimmige, aber unkorrekte Erklärung.

Die in den Studien durchgeführten Experimente hatten eines gemeinsam: es war keine der gegebenen Erklärungen wahr, aber das spielte keine Rolle für den Übersetzer, der überzeugt davon war, das dies der Wirklichkeit entsprach! Die linke Gehirnhälfte lässt also wenig Platz für die Realität, sondern erfindet einfach Erklärungen!

Selbst

Es gibt noche eine Menge Studien über die Wahrnehmung unter Extremsituationen, die von der rechten Gehirnhälfte wahrgenommen und von der linken interpretiert werden.

Wenn Du zum Beispiel jemandem näher kommen möchtest, dann macht etwas Aufregendes: fahrt mit der Achterbahn, macht einen Fallschirmsprung und ähnliches, denn durch das freigesetze Adrenalin und die Aufregung, die diese Momnete hervorrufen setzt der Interpreter der linken Gehirnhälfte diese Aufregung gleich mit der Aufregung der Anziehung zu einem Fremden oder nur flüchtig Bekannten.

Vielleicht denkst du jetzt darüber nach, wann Du auf Deinen inneren Übersetzer hörst. Ist es, wenn du denkst, dass jemand Dich komisch anguckt, die Kollegen reden (wahrscheinlich über Dich) oder du Leute einschätzt, ohne sie zu kennen?

Dann ist es möglich, dass Dein innerer Übersetzer mit der Einschätzung der Situationen falsch liegt! Der, der Dich komisch angeguckt hat, war eventuell in Gedanken, Deine Kollegen hatten ihr Gespräch beendet als Du dazu kamst und vielelicht sind die, denen Du voreingenommen gegenüberstehst sehr nette Menschen, nur wirst Du es nie erfahren.

Unsere Definition des Selbst ist auch teilweise definiert durch die Unterschiede zu andere Menschen. Es gibt kein “Ich” ohne dass es ein “nicht ich” gibt. Automatisch kategorisieren wir Menschen in verschiedene Schubladen, auch uns selbst.

Wir denken, wie wir sind und wir wir gerne wären. Damit schaffen wir imaginäre Bilder von uns, von Dingen die wir noch nicht erreicht haben in unseren Köpfen, die den Ist- Zustand auch nicht realistisch wiedergeben. Bald sind wir dann enttäuscht, dass wir unser imaginäres Ziel verfehlt haben und fühlen uns schlecht.

Nur vergessen wir dabei, dass unsere Anforderungen an uns selbst niemals befriedigt sein werden. Denn das Selbst muss denken um zu existieren und wird die Messlatte höher und höher setzen.

So werden Gedanken des Schmerzes, der Enttäuschung, der Trauer immer neu generiert. Das ist einfach, was die linke Gehirnhälfte macht. Aber, seien wir ehrlich, auch unser momentanes Bild von uns ist nicht realistisch. Es ist etwas, das unsere Gedanken uns denken lassen (also die linke Gehirnhälfte) und nicht das realistische Abbild der Welt um uns herum. Wir sind nur das, was wir denken zu sein, und auch das kann von Moment zu Moment wechseln!

Selbst

Das Selbst der rechten Hirnhälfte

Man kann zusammenfassend sagen, dass die rechte Hirnhälfte Dinge tut, ohne darüber nachzudenken. Sie agiert ohne Worte und Sprache, sie ist der Sitz der Emotionen, der Kunst, der Kreativität. Sie gibt den positiven Gefühlen einen Raum.

Die rechte Gehirnhälfte ist auch beteiligt, oder mehr präsent bei Tätigkeiten wie Meditation, Yoga, Tai Chi, Achtsamkeit und ähnlichem. Die rechte Seite konzentriert sich aufs Machen und linke aufs Denken. So gesehen ist die rechte Seite der Regulator der linken, eine Art Gegengewicht. Auch ist es das, was wir Intuition nennen.

Es wurde festgestellt, dass wenn die linke Gehirnhälfte durch einen Schlaganfall ausfällt, derjenige diese innere Stimme nicht mehr hört. Das Erleben vor der Genesung, und damit der Möglichkeit, zu berichten, was passiert, wenn die linke Gehirnhälfte ausfällt, war, dass sich die Person von Dankbarkeit erfüllt fühlte und einem Gefühl des Ganzseins.

Sie war nicht länger mit ihren Erinnerungen verwoben und fühlte einfach nur, ohne dass die linke Gehirnhälfte dem dazwischen kam.

Faszinierend, nicht wahr?

Also scheint es so, dass es für die komplizierte Theorie des Selbst zwei komplett unterschiedliche Herangehensweisen gibt, die aber zum selben Ergebnis kommen.

Jetzt ist es an jedem selst, zu entscheiden, ob man dem Übersetzer so viel Raum lässt im Leben und diese Erklärungen für Situationen vertraut oder ob man lieber die positive, wohlwollende Kraft der rechten Gehirnhälfte weiter ausbaut

Das kann wie Gesagt, durch Entspannungsübungen, wie Yoga, Meditation, Achtsamkeit und viele mehr entstehen. Wahrscheinlich ist der beste Weg ein Mittelweg und das kann jeder für sich entscheiden. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Ich komme hier zum Ende, weil das Thema so weitläufig ist und natürlich kann mein Beitrag nur in einem winzigen Auszug das Thema streifen, denn es ist zu komplex, um hier in die Tiefe zu gehen. Wer aber Interesse daran hat, diesen Bereich für sich weiter zu erforschen, dem kann ich zwei Bücher empfehlen:

und

Ich habe die Ideen der Autoren hier in diesem Beitrag zusammen gefasst, sehr sehr komprimiert, aber es sind zwei der besten Bücher über das Selbst und die persönliche Weiterentwicklung, die ich je gelesen haben. Ich kann beide uneingeschränkt empfehlen!

Hier noch ein allgemeiner Beitrag rund ums Gehirn:

https://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/GEHIRN/GehirnRechtsLinks.shtml

Ich habe dafür ein Programm entwickelt, das Dein Selbstwertgefühl steigert, Dich Deine Grenzen erkennen und durchsetzen lässt und Deine Resilienz, Deine Widerstandsfähigkeit enorm verbessert.

 

So bist Du auf alles vorbereitet, was Dein Leben schwierig machen könnten.

 

Das Mentoring heißt”Bewusst formulieren und Fokussieren” und richtet sich an Mütter und Väter, die überfordert und frustriert sind.

Ich zeige Dir in meiner Begleitung, wie Du Deine innere Stimme positiv programmierst und so bewusst zufriedener und gelassener wirst.

 

Das Mentoring wird Dich nicht nur selbstbewusster machen, sondern in der engen Zusammenarbeit, die ich biete, Dich mit Lösungen und Anregungen so unterstützen, dass Du keine Probleme haben wirst, Dein neu gewonnenes Selbstvertrauen weiter auszubauen.

 

Und es gibt keine Grenze, wie weit Du Deine Freiheit zu handeln ausbauen kannst!

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